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Köln/Düsseldorf - Einer aktuellen, von tns
Infratest im Auftrag von E-Plus durchgeführten Studie zufolge hat sich das Interesse
der Verbraucher an mobilen Breitbanddiensten im vergangenen Jahr verdreifacht.
Verantwortlich für diesen Nachfrageschub sind neben geeigneten Endgeräten,
leistungsstarken Netzen und attraktiven Inhalten vor allem günstige Tarife.
Nach Einschätzung des VATM wird die mobile Datennutzung auch künftig weiter
erheblich zunehmen, wenn sich die bisherige Entwicklung kontinuierlicher
Preisrückgänge weiter fortsetzt. „Klarer Problemfall und Ärgernis für viele
Kunden ist aber die Nutzung mobiler Datendienste im Ausland“, erläutert
VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. „Die hier bislang in Rechnung gestellten
Preise sind einfach zu hoch. Insbesondere die Gebühren für das Daten-Roaming
führen in manchen Fällen dazu, dass die Kunden nach der Rückkehr aus dem Ausland
Rechnungen in vierstelliger Höhe erhalten, oft 30 mal teurer als im Inland. Da
ist es kein Wunder, dass derzeit fast ausschließlich Geschäftskunden unterwegs
mit ihrem Notebook oder PDA online gehen.“ Daher sind nach Ansicht des VATM die
jeweiligen Einkaufspreise der Hebel, an dem die Branche ansetzen müsste, um vor
allem Endverbraucher für die mobile Datennutzung zu gewinnen. „Die
Wholesale-Preise sind bei einzelnen Mobilfunk-Netzbetreibern absurd hoch und
weit entfernt von den tatsächlichen Kosten“, so Grützner. „Dies benachteiligt
zudem gerade die kleineren Netzbetreiber, die im Ausland mehr Netzkapazitäten
zukaufen müssen und aufgrund niedrigerer Kundenzahlen in der Regel schlechtere
Konditionen erhalten als die großen Anbieter.“ Als ersten Schritt in die richtige Richtung
bezeichnet der VATM die in den vergangenen Wochen von allen Netzbetreibern
angekündigte Absenkung der Gebühren für das Daten-Roaming. Aber während die
Mobile Challenger Group, zu der auch der deutsche Netzbetreiber E-Plus gehört, künftig
auf Vorleistungsebene 25 Cent pro MegaByte in Rechnung stellen will, sind die
von den anderen Netzbetreibern genannten Preise immer noch jenseits von Gut und
Böse und sollen auch nach der Absenkung immer noch bei rund zwei Euro pro
MegaByte liegen. „Ein Datenvolumen von einem MegaByte entspricht etwa 200
E-Mails“, führt Grützner aus. „Aber schon beim Versand eines nicht
komprimierten Bildes werden schnell zwei MegaByte und mehr erreicht. Für den
Versand einer Mail von unterwegs, die vier MegaByte groß ist, sind heute
vielfach über 30 Euro fällig.“ Vor diesem Hintergrund muss sich nach
Auffassung des Verbandes niemand wundern, dass jetzt die EU-Kommission für
niedrigere Preise für die Verbraucher sorgen will. Diese Zielsetzung wird vom
VATM ausdrücklich begrüßt. „Die Kommission muss sich dabei allerdings gut
überlegen, welche Regulierungsinstrumente sie einsetzen will, um ihr Ziel zu
erreichen“, gibt Grützner zu bedenken. „Der Markt für die mobile Datennutzung
ist noch in einem frühen Stadium, Geschäftsmodelle und Angebote sind vielfach
noch im Entwicklungsstadium. Hier sollten nicht sofort die schärfsten
Regulierungsschwerter gezogen werden.“ Der VATM spricht sich daher für eine
effiziente Regulierung der Vorleistungspreise aus. „Die Einkaufspreise für das Daten-Roaming im
Ausland auf die Kosten der effizienten Leistungserstellung zu begrenzen würde
dem Markt positive Impulse geben“, ist der Verbands-Geschäftsführer überzeugt.
„Alle Mobilfunk-Netzbetreiber im Binnenmarkt hätten damit eine verlässliche Kostenbasis
und könnten auf dieser Grundlage ihre Angebote entwickeln, die Verbraucher
würden in den Genuss deutlich niedrigerer Preise für die mobile Datennutzung im
Ausland kommen als bisher.“ |